Beobachtungsberichte



Vollmond, Flutlicht, Jäger - Der Astronom in seiner natürlichen Umgebung



Wochenlang hat es geregnet, und dann ein klarer Tag. Da schlägt das Herz natürlich 
schneller, und der kleine Mann im Ohr sagt einem Unentwegt, das man doch die Nacht 
im Freien verbringen soll, und sich die Beine in den Bauch zu stehen, zu frieren, 
und am ende von Tau durchnässt klatschnass nach Hause zu kommen.

Herrlich!

Also schnell ein bisschen durch die Gegend Telefoniert, und so zogen Carsten und ich 
los um unserem Hobby zu frönen. 



Die Autos waren schnell gepackt, und los ging es in Richtung alter Fußballplatz, 
mitten im Wald, umgeben von Tannen sollte das doch ein guter Platz für Streulicht-
gebeutelte Leute wie uns sein.

In der Späten Dämmerung erreichten wir den Platz, und gegen 22,30 Uhr war alles 
Aufgebaut. 
Leider machte sich der Aufsteigende Vollmond schon sehr bemerkbar, zunächst hinter hohen 
Tannen verborgen, war es dann doch schon wieder vorbei mit der Dunkelheit, aber 
was ein richtiger Hobbyastronom ist, der lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe 
bringen! 

Deep-sky konnten wir vergessen, und Planetentechnisch wollte aus Mangel an Planeten 
auch nicht so wirklich Freude aufkommen.

Soll es das also auch schon wieder gewesen sein?

NEIN!

So leicht geben wir uns nicht geschlagen, immerhin bietet der Sommersternhimmel doch 
eine beachtliche Anzahl an Kugelsternhaufen, und das sind immer dankbare Objekte.

M-3 und M-9 sahen schön Kugelrund aus, M-92 war auch nicht zu verachten und waren bei 
mir im 6"er auch am Rand schon schön
Griesselig, wirklich ein schöner Anblick.

Und was darf nicht Fehlen? M-13 natürlich, fast aufgelöst im 6"er, und in Carstens C 8 
einer wahre Pracht, Aufgelöst bis ins Zentrum, und Nadelfeine Sternchen... Schön.

Und so ging es auch noch eine weile Weiter, Ein bisschen gefachsimpel und diverse Tests 
an epsilon Lyrae... 

Doch dann war in der Dunkelheit ein leises brummen zu vernehmen, das schon böse Vorahnungen 
in uns heraufbeschwor....

und so sollte es dann auch kommen, das um ca. 24,00 Uhr Scheinwerfer im Wald zu sehen waren, 
die sich mit hoher Geschwindigkeit näherten.
Das Auto hielt an, und irgendjemand stieg aus, der sich wohl sehr für unsere Autos zu 
Interessieren schien. Nach einem Ruf das alles in Ordnung sei, und einem nervös in der 
Dunkelheit rumstochernden Lichtkegel, hatte uns der Jagdpächter dann auf der Mitte des 
Platzes ausgemacht.

Nach einem Kurzen hin und her, wildem Armgefuchtel einer ständig kreisenden Taschenlampe, 
mit der man schön ein Stadion hätte ausleuchten können, und Androhung Polizeilicher Maßnahmen 
wurden wir dann unsanft vertrieben.

Trotz aller widrigen Umstände War es aber doch noch ein gelungener Abend.

Beobachtet wurde mit einem 6" Newton, und einem 8" Schmidt-Cassegrain,
An das genaue Datum kann ich mich jetzt fast 3 Monate später aber leider nicht 
mehr erinnern.