Winterlicher Deepskymarathon



4. Februar 2005 19,30 - 23,00Uhr 2 verrückte und 2 10" Dobson Jaja, der Winter. es ist eisig kalt, meist weht ein schneidender wind, und jeder normale Mensch fragt sich, was treibt 2 ansonsten völlig normale Menschen dazu stundenlang in der Kälte zu stehen? na klar, deep sky! der tag verhieß gutes, morgens war es noch ein bisschen nebelig, aber gegen Mittag verschwand der Nebel, und ein strahlend blauer himmel trat zum Vorschein. jetzt war klar, es musste heute Abend endlich wieder was laufen, also schnell rumtelefoniert, aber nur Volker hatte zeit, alle anderen waren verhindert... die haben was verpasst! Der Abend artete regelrecht in einen deepskymarathon aus, in den dreieinhalb stunden die wir beobachtet haben sind uns insgesamt 32 Objekte vors Rohr gelaufen, welche jetzt nicht ganz chronologischer Reihenfolge folgen ;) : M42 nachdem wir aufgebaut hatten, war natürlich das erste Objekt des Abends, aber es war nicht das letzte Mal, wir haben immer mal wieder rübergelinst, denn Orion war ja schließlich grade erst am aufgehen. mit der zeit wurde es immer besser, und als sich dann die riesigen schwingen des Orionnebels unterhalb des Nebels wieder trafen, so das sie quasi einen kreis bilden, wussten wir, das heute Abend noch eine ganze menge mehr drin ist. die Grenzgröße lag bei 5,6mag im norden, da ist noch mehr drin! M46 und ngc2438 M46 ein wunderschöner offener Sternhaufen, der auch interessanterweise einen Planetarischen Nebel beinhaltet, der Pn fiel einem sofort ins Auge, und lies sich auch gut direkt halten. NGC281 Heute hab ich Pacman erlegt! ohne Filter war er fast nicht zu sehen, aber mit OIII war er eindeutig auszumachen! M47 ein lockerer offener Sternhaufen, hübsch anzusehen. M97 Der Eulennebel, leicht auszumachen, wenn man ihn erstmal gefunden hat, und zusammen mit M108 in einem Gesichtsfeld. höhere Vergrößerung lies den Nebel zwar ein bisschen deutlicher hervorkamen, aber die Augen waren nicht wirklich zu sehen, eins war indirekt eigentlich gut zu halten, aber das andere Auge blitzte nur hin und wieder mal auf. M108 Eine sehr schöne Edge on Galaxie, sehr hell, und einfach auszumachen, der Kern war deutlich zu erkenne, aber in den armen war nichts zu sehen. Flammennebel während ich noch im großen bären rumstocherte, hat Volker sich den Flammennebel vorgenommen, viel war nicht zu sehen, indirekt konnte man sagen: "ja, ich seh da was..." aber mehr auch nicht. M78 Nicht sehr beeindruckend, aber immerhin mal gesehen. Saturn Saturn war inzwischen schon eine ganze ecke weit hoch gekommen, und konnte bestaunt werden, das seeing war erstklassig, bei 420facher Vergrößerung Saturn wie ausgestanzt, mit Bauchbinde und "Polkappe", Cassiniteilung umlaufend sichtbar, Enketeilung auf fast durchgängig, und 6 Monde waren auch zu sehen: >Titan, Dione, Thetys, Mimas, Enkelade und Rhea. M38 ... ...bot mal wieder einen herrlichen Anblick. Plejaden viele kleine leuchtend blaue Sterne auf dunklem Grund, immer wieder ein Genuss. h&chi h&chi im Perseus, die Paradeobjekte für ein Fernglas, aber auch im 35er Panoptik kommen die gut rüber, beide Haufen in einem Feld, aber in einer Helligkeit, und einer Vielzahl, die ein Fernglas nie erreicht. M44 im krebs... irgendwie waren es viele offene Haufen den Abend... wie auch immer, ziemlich lockerer verband, der das gesamte Gesichtsfeld ausfüllt. M81-M82 gewohnter Anblick, nur halt ein bisschen heller als im 6"er, und in M82 war auch andeutungsweise ein Dunkelband erkennbar. m81 ohne Struktur. NGC2392 (Eskimo Nebel) Der helle Saturn störte ein bisschen beim auffinden, aber dann war’s toll, der Nebel lies auch vereinzelt ein paar Strukturen erkennen, ein heller Kern war zu sehen, dann ein etwas dunklerer Zwischenraum, und dann wieder der helle äußere ring. von der oft beschrieben grünlich blauen Farbe war aber rein gar nichts zu erkennen. NGC2244 und Rosettenebel ngc2244 zeigte sich als relativ dichter offener Sternhaufen, von dem Rosettennebel Außenrum war aber nicht viel zu sehen, nur andeutungsweise im norden ein bisschen, das änderte sich aber schlagartig durch den Einsatz eines OIII Filters, der Nebel trat jetzt deutlich hervor, und zeigte auch schon andeutungsweise Struktur. M103 noch ein offener Sternhaufen in Kassiopeia, leicht verteilt, mit ziemlich hellem Stern nahe dem Zentrum. was wurde vergessen? natürlich, M1 sehr hell, so das man auch höher vergrößern konnte, aber es waren keine Strukturen auszumachen. nun kam auch der Löwe wieder ein stück höher, und so konnte man sich ruhig den Galaxien zuwenden... M67 na ja, ist nicht wirklich ne Galaxie, sondern ein offener Haufen, ist mir aber grade noch eingefallen... Beta mon ist auch keine Galaxie, aber ein sehr schöner Dreifachstern... M51 und NGC 5195 Jaja, ich hab halt immer mal wieder im norden rumgestochert =) m51 sehr hell und deutlich mit 2 erkennbaren armen, und Materiebrücke rüber zu ngc5195. last but not least: NGC2301 noch ein schöner offener Sternhaufen im Sternbild Einhorn. und was ist jetzt mit den Galaxien? ja, das schönste bis zum Schluss: *proudly present* meine erste UGC Nummer! =) oberhalb von Regulus ist die winzige Galaxie UGC 5470 zu finden, sie hat eine Helligkeit von 10,2 mag, also eigentlich nichts schweres, doch die große nähe zu Regulus macht es schwierig diese Galaxie zu sehen, da sie stark überstrahlt wird. aber mit würgen und brechen und positionieren von Regulus außerhalb des Gesichtsfeldes war sie dann doch zu erkennen. Volker hat’s bestätigt, und deshalb gilt die Galaxie als gefunden und gesehen. welch ein herrlicher Abschluss. nachdem wir dann einstimmig beschlossen hatten die Sache zu beenden (aufgrund eingefrorener Zehen) machten wird uns glücklich, zufrieden, durchgefroren, und mit befriedigter Astrosucht wieder auf den Heimweg. klare Nächte! Julian